Von Philosophen, Mathematikern und Königen

Nach dem großen Brand von London und dem verheerenden Feuer 24 Jahre davor in Hamburg hatte der Leipziger Moralphilosoph und Mitglied der „Royal Society“ Gottfried Wilhelm von Leibniz (geb. 1.7.1646) den Vorschlag gemacht, Versicherungskassen gegen alle möglichen Zufälle des Lebens zu schaffen. Von Leibniz, der als Achtjähriger mithilfe der väterlichen Bibliothek autodidakt Latein und Griechisch lernte, war Berater vieler Persönlichkeiten seiner Zeit. Er entwarf einen Plan für den „Sonnenkönig“ Ludwig den XIV, der einen Eroberungsfeldzug gegen Ägypten vorsah. Zusätzlich war er für Münzreformen und die Gründung des Reichsarchivs in Wien verantwortlich.

Bei statistischen Massenbeobachtungen spielen Zufälligkeiten eine umso geringere Rolle, je größer die beobachtete Masse ist!

Seine Denkschrift zum Thema Absicherung aller Gefahren des Lebens war letztendlich die Basis für die Gründung von Versicherungen in ganz Deutschland. Obwohl Gottfried Wilhelm von Leibniz auch ein Gelehrter der Mathematik war und die Infinitesimalrechnung erfunden hat, waren doch die Überlegungen des Schweizer Mathematikers Jakob Bernoulli für das Grundgesetz des heutigen Versicherungswesens verantwortlich.

Bernoulli ist Erfinder der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Insbesondere das „Gesetz der großen Zahl“, welches aussagt, dass bei statistischen Massenbeobachtungen Zufälligkeiten eine umso geringere Rolle spielen, je größer die beobachtete Masse ist, prägt bis heute die Kalkulation von Versicherungsprodukten.

Für die systematische Ausbreitung der Brandversicherungsanstalten war der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. von Preußen ausschlaggebend. Aufgrund seiner Sparmaßnahmen setzte er unzählige Reformen, wie zum Beispiel die Absicherung der Brandgefahren durch Versicherungen, durch.

Seine ideenreichen und straffen Maßnahmen brachten ihm auch den Beinamen „Preußens größter innerer König“ ein, dienten aber ausschließlich der Finanzierung und der Schaffung einer unabhängigen Militärmacht. Friedrich Wilhelm I. herrschte von 1713 bis 1740 und war der erste, der den Sicherheitsgedanken förderte, weil er sich voll und ganz auf seinen Militärapparat konzentrierte und dadurch keine finanziellen Verluste riskieren konnte.

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